Buchempfehlungen
Die Stiftung Lesen hat eine Liste mit Empfehlungen veröffentlicht, die bei der Entscheidungsfindung in Sachen Kinderbücher helfen soll. Wir präsentieren Ihnen nachfolgend eine Auswahl an Werken, in die sich mit Sicherheit ein Blick lohnen dürfte.
Martin Auer / Manuela Olten
Das ganz, ganz kleine Schwein mit dem ganz, ganz großen Hunger
Verlag Beltz & Gelberg
ISBN 978-3-407-79367-6
32 S., € 12,90
Zu was eine große Portion Spinat auf einem Teller doch alles gut sein kann! Zum Beispiel regt sie den kleinen Tim zu einer Geschichte über ein Schwein mit ganz, ganz großem Hunger an. Mit viel größerem Appetit, als Tim ihn auf Spinat hat. Aber das sagt er natürlich nicht. Dafür dauert die Geschichte umso länger. Denn Schweine – vor allem die in Geschichten – fressen bekanntlich alles …
Eine rundum gelungene Verbindung von witzigen Bildern und einer Geschichte, die so oder so ähnlich wohl an vielen Mittagstischen erzählt werden könnte. Für genervte Mütter und geplagte Kinder eine willkommene Aufheiterung – nicht nur an Tagen, an denen Spinat auf dem Speiseplan steht. Ab ca. 3–4 Jahren.
Petr Horáček
Pass auf, Greta Gans
Sauerländer Verlag
ISBN 978-3-7941-5198-1
32 S., € 13,90
Immer dieses Geschnatter! Greta Gans ist genervt – sie will endlich mal ihre Ruhe haben. Also verlässt sie den Hof und die anderen Gänse und geht in den tiefen, dunklen Wald. Watsch, watsch, watsch. Herrlich ruhig ist es hier. Bis auf das Gewatschel von Greta Gans natürlich. Und das übertönt offensichtlich das tipp, tipp, tipp des hungrigen Fuchses, der hinter dem Gänschen herschleicht und dabei wiederum das tapp, tapp, tapp des großen bösen Wolfs nicht hört. Wobei der völlig taub für das doch recht laute traps, traps des ausgehungerten Bären ist. Doch eines kann kein Teilnehmer dieses seltsamen Marschs durch den Wald überhören: Das Schuhuuuuu der großen, alten Eule …
Tolle Bilder, schlichter Text, super vorzulesen – ein perfektes Bilderbuch für Kinder ab ca. 3–4 Jahren, das sich auch sehr gut nachspielen lässt.
Manuela Olten
Schnell ins Bett
Carlsen Verlag
ISBN 978-3-551-51703-6
34 S., € 14,90
Das ist ja auch echt fies von Sebastians Freund! Musste er denn unbedingt in der Schule herumerzählen, dass Sebastian immer noch in seinem Babybett schläft? Kein Wunder, dass die anderen ihn auslachen. Sebastian hat das Ganze jedenfalls bald gründlich satt. Und sein Entschluss steht fest: Das Babybettchen muss weg! Auch wenn seine Eltern es „süß“ finden. Schließlich ist Sebastian nicht mehr süß, sondern schon ein richtig großer Junge! Und der braucht nun mal ein richtig großes Bett. Am besten ein cooles Hochbett mit Leiter und Piratenfahne. Gesagt, getan! Ab jetzt wird niemand mehr über Sebastian und sein Babybettchen lachen. Und alle sind zufrieden. Naja – fast jedenfalls. Denn es gibt noch ein Problem: Man muss in dem neuen großen Bett halt auch schlafen können …
Die witzigen und ausdrucksvollen Bilder von Manuela Olten spiegeln sehr lebensecht den Konflikt wieder, den wahrscheinlich viele Kinder ab ca. 4–5 Jahren nachvollziehen können.
Isabel Pin
Die Geschichte vom kleinen Loch
Bajazzo Verlag
ISBN 978-3-907588-96-3
24 S., € 14,90
Kann ein Loch denn überhaupt eine Geschichte haben? Schließlich ist ein Loch doch einfach ein Nichts, oder? Dieser Meinung ist man aber höchstens so lange, bis man alle Löcher des fantasievollen Pappbilderbuches erforscht hat. Die werden zwar immer kleiner – vom Krater eines Vulkans, über das Eisloch der Eskimos und das Erdloch in der Wiese bis zum Loch in der Hose (und noch weiter). Aber deswegen beileibe nicht uninteressanter! Schließlich birgt jedes Loch ein Geheimnis – und im Zweifel eben auch eine Geschichte!
Tolle Illustrationen, Gucklocheffekte, ein einfacher Text, den auch schon ganz Kleine verstehen und eine gelungene „Dramaturgie“ – dieses Bilderbuch ist ein echter Glücksfall. Auch hier hängt eben Kunst mit Können zusammen! Ab ca. 2–3 Jahren.
Helga Bansch
Ein schräger Vogel
Verlag Beltz & Gelberg
ISBN 978-3-407-79356-0
32 S., € 12,50
Raben wissen im Allgemeinen, wie man sich anzuziehen, zu singen, zu tanzen und – zu benehmen hat. Nur der Rabe Robert macht da eine Ausnahme: Er mag keine schwarzen Kleider, er singt zum Gotterbarmen schräg und erzählt Witze, über die kein anständiger Rabe lachen kann. Und so kommt es, wie es kommen musste: Robert wird aufgefordert, seine Koffer zu packen. Zunächst ist er traurig und einsam, doch dann stellt er fest, dass seine kunterbunten Talente andernorts durchaus gefragt sind. Wogegen der Alltag der zurückgelassenen Rabensippe sich plötzlich ziemlich düster gestaltet. Bis eines Abends ein bunter Vogel erscheint und die rabenschwarze Stimmung aufhellt …
Vergnügliche und erträglich pädagogische Geschichte über das So- und das Anderssein mit farbstarken Illustrationen und zahlreichen Gesprächsanlässen. Ab ca. 4–5 Jahren